In dieser Rubrik finden sich gelegentlich Randbemerkungen zum Domgeschehen.
Widerspruch und Ergänzungen sind willkommen.
"Linienflug" Arlesheim-Pruntrut
Das ging aber schnell! Der Flug ist bereits vergeben, und zwar an einen Internetgast, der sich für Arlesheims Odilienstatue interessierte und dabei auf diesen kleinen Wettbewerb stiess. Gratulation!
Dieses Flugangebot wird gelegentlich wiederholt - "bewerben" kann man sich dafür nicht. Wettbewerb bleibt Wettbewerb....
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Die fürstbischöfliche Vergangenheit prägt Arlesheim und Pruntrut gleichermassen. Arlesheim-dom.org offeriert deshalb dem ersten Einsender, der sich auf dieser Webseite in der Rubrik "Kontakt" (und nur hier!) mit dem Stichwort "Domflug" meldet, einen exklusiven Jurarundflug via Arlesheim nach Pruntrut und zurück - einen frühlingshaften Blick auf Eremitage und Dom sowie Kaffipause in Pruntrut inklusive.
PS: Für absolute Insider der Domgeschichte - der Flug orientiert sich an der Vitalis-Route.
Dom und Landschaft
In diesen Frühlingstagen wird den auswärtigen Dombesuchern ein Spaziergang durch Arlesheims Umgebung wärmstens empfohlen - hier ein Blick auf die Eremitage und die angrenzende Schönmatt, aufgenommen am 29. April 2008. Quelle

Arlesheims Odilienquelle...
... gibt es nicht!
Auch am vergangenen Wochenende waren Anhängerinnen feministischer Esoterik auf Kraftfeldsuche in der Eremitage. Die Mär von einer so genannten Odilienquelle in Arlesheim, die momentan wieder die Runde macht, ist ein Nebeneffekt dieser romantischen Sinnsuche. Eine nach der elsässischen Nonne benannte Quelle wurde mit Arlesheim jedoch nie verortet.
Doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis ein Rinnsal in unserem Landschaftsgarten dazu ernannt wird. Und dann werden sie wohl mit Petflaschen durch die Eremitage wandern, bis der Brunnmeister auch in diesem Quell krankmachende Keime ausmacht und Alarm schlägt.
Was solls, alle Legenden und ihre bunten Varianten wurden mal zeitgeistig in die Welt gesetzt.
Ausflugtipp
Eine kleine, aber lohnenswerte Ausstellung ist zurzeit in Beromünster zu sehen. Eine der originellsten Odiliendarstellungen inklusive: für einmal rank und schlank, die legendäre Äbtissin.
Schrift zur Krypta
Der Verein Freunde des Domes zu Arlesheim hat eine Broschüre über die Domkrypta herausgegeben. Das ist anerkennenswert.
Man erfährt etwas über die Geschichte der Gruft und sehr viel mehr über die Werke des Bildhauers Albert Schilling. Fast könnte man meinen, es handle sich bei der einst bescheidenen und berührend kargen Grabkammer inzwischen um ein Schillingmuseum. Was nicht ganz abwegig ist. Selbst die - künstlerisch alles andere als berauschende - Tabernakeltüre einer Schilling-Schülerin und Tochter des früheren Kirchgemeindepräsidenten Chrétien findet Würdigung und Interpretation.
In der Schrift ist leider keine Kontaktadresse zum Domfreundeverein zu finden. Eine Anregung vielleicht für die zweite Auflage. Bei dieser Gelegenheit sollte der Text grammatikalisch und formal überarbeitet werden, es hat noch einige Unzulänglichkeiten ("Die Kreise oder Ringe über dem Kreuz können als Versinnbildlichung der Gnade oder die an die Menschheit. verteilten Gaben Gottes verstanden werden").
Appianis Heimlichkeiten
Hier zwei von Appianis zahlreichen verborgenen Szenen. Finden Sie diese heimlichen Idyllen beim nächsten Dombesuch? 
(K)ein Blog
(K)ein Monolith?
Die Katholische Kirchgemeinde von Arlesheim hat ihre Webpräsenz leicht aufgefrischt. Und den Link zu dieser unabhängigen Domseite entfernt.
Lobenswert, man kann sich nun online über den Stand der Dinge in Sachen Altarraumgestaltung ins Bild setzen. Der Gegenwind frischt offensichtlich immer mehr auf.
Prognose: ein festeingebauter Monolith wird weit über Kirchgemeinde und Konfessionsschranken hinaus auf Ablehnung stossen, auch wenn noch so viele Ministrantenleiter, Diakone, freischaffende Kunsthistoriker, Pfarrer, kantonale Denkmalpflegerinnen, erzdiözesale Künstler, Architekten (vier an der Zahl plus einer im Hintergrund), Bauchefs, Bundesbeamte, Domfreundinnen und Kunstgeschichte lehrende Privatdozenten planen, reden und träumen.
Bei einem solchen Aufgebot - man könnte fast glauben, es ginge um die Renovation des Petersdoms - fragt man sich: wie haben das bloss Demess, Bagnato, Appiani & Co. hingekriegt, damals, so ganz ohne Task Force?
Auch ein Gemeinderat sitzt übrigens in der Altarraumverschönerungskommission. Als Architekt und kommunaler Ressortchef für Finanzen, wie hier zu lesen ist.
Dass er zugleich Senior Berater bei der Planconsult AG ist, die das Projekt - nicht für ein Vergelt's Gott - leitet, erfährt man allerdings nicht.
Der Dom im Yin-Dreieick
Im Jahre 2008 n.Chr. findet jeder noch so grosse Blödsinn seine Anhänger (bzw. Anhängerinnen). Besonders emsig sind zur Zeit die Blauen-Mystikanten. Der Dom, die Eremitage - Wunder über Wunder also...
"In" ist vor allem die Eremitage. Von wegen heiliger Ort. Da war nichts als ein unscheinbares schattiges Tälchen, bis die Dame zu Birseck zusammen mit ihrem Vetter den heute in seiner kulturellen Bedeutung gerne etwas überschätzten Unterhaltungspark fürs gemeine Volk schuf. Aus welchen Gründen auch immer, vermutlich wars ein Mix aus romantischen, freimaurerischen, historisierenden und gönnerhaften Motiven. Oder bloss eine Marotte der etwas abgehobenen und im schlichten Winzerdörfchen Arlesheim zweifellos ziemlich gelangweilten landvögtischen und domherrlichen Gesellschaft. Alles andere ist Rückprojektion aus der Gegenwart, samt der Lokalversion der Odilienlegende, von der noch in der ersten Häfte des 20. Jahrhunderts nicht die Rede war. Der gute Sütterlin, der jeden Lokalbezug akribisch festzuhalten bereit war, verortete die Heilige nach wie vor im Elsass. Erst Jülich, Werber und Texter bei der Weleda, beförderte Odilia mit seinem langfädigen anthroposophischen Märchen in die Grotten der Eremitage. Noch ist unklar, auf welchem Wege er zu dieser Pittoreske gefunden hatte.
Hätte Balbina die Eremitage nicht erfunden, dann hätte es womöglich Steiner getan: er, der Grossmeister im beliebigen Vermengen von Fakten, Mythen und Religionen, zögerte jedenfalls nicht, den Gral in die Eremitage zu verfrachten.
Martin Walsers Tipp
Wertschätzung
Ein Leserbrief
Im Wochenblatt Nr. 35/2007 schreibt der Domorganist Peter Koller im Zusammenhang mit der Würdigung eines Vortrags von Felix Ackermann über den Hochaltar im Dom unter anderem dies:
"Dabei haben wir einmal mehr gespürt, dass unser Hochaltar, gestaltet vom Architekten Bagnato, vom Stuckateur Pozzi sowie vom Maler Appiani, seine berühmten Vorläufer in Italien an Erhabenheit und Schönheit, gleichzeitig aber auch an Eleganz und Leichtigkeit wohl übertrifft und somit zu den ganz grossen Höhepunkten seiner Gattung zählt.
Im Anschluss an die Weisungen des zweiten vatikanischen Konzils wurde vor rund 40 Jahren eine neuer zusätzlicher Altartisch nötig, der es dem Priester ermöglicht, die Messe gegen die versammelte Gemeinde feiern zu können. Der damalige Dompfarrer, Erwin Ludwig, hat sich in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Albert Schilling für die heutige noch gültige Lösung entschieden, welche sehr schlicht, absolut transparent und zudem mobil ist und den Blick auf den einzigartigen Hochaltarkaum beeinträchtigt."
Der Hintergrund dieses Statements ist klar. Und es wird immer deutlicher, dass die Kirchgemeinde das heikle Thema Altarraumgestaltung in einem übergeordneten Kontext diskutieren sollte. Alle Ideen, Interessen und Fragen fänden hier ihren Raum, und es wäre genug Zeit vorhanden, in Ruhe nachzudenken, abzuwägen und zu entscheiden.